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„Fake oder war doch nur Spaß? “
Ensemble Radiks aus Berlin gastiert am BBZ Hochwald
Die 17-jährige Lea träumt davon, Schauspielerin oder Sängerin zu werden. Als sie schließlich in eine Casting-Agentur aufgenommen wird, weckt das den Neid einiger ihrer Mitschülerinnen, besonders den von Nadine, Leas vermeintlich bester Freundin..
So beginnt die Geschichte um die Hauptdarstellerin Lea, der etwa 100 Schülerinnen und Schüler des BBZ Hochwald aufmerksam folgen. Das Stück wird von einer Schauspielerin und einem Schauspieler des Theaterensembles Radiks aus Berlin aufgeführt. Beide schlüpfen im Verlauf des Dokumentartheaters in mehrere Rollen und agieren überdies als die Erzähler der Geschichte um Lea.

Lea muss sich danach in der Schule ersten Sticheleien und Ausgrenzungen stellen und schließlich weiten sich diese Mobbing-Attacken auch auf diverse Netzwerk-Portale aus. Ein Stück Lebenswirklichkeit wird hier gespielt, die auch vielen Schülerinnen und Schülern wohl nicht unbekannt ist. Das gespannte Interesse der Schülerinnen und Schüler demonstrierte dies.

Weitere prägnante Dialogszenen schildern dann über einen Zeitraum von einem halben Jahr die Beziehung zwischen Lea und ihrem alleinerziehenden Vater, der ihren Ambitionen, Schauspielerin zu werden, komplett ablehnend gegenübersteht. Dies wird begründet in der für ihn unaufgearbeiteten Beziehung zu Leas Mutter, die, nachdem sie nach Leas Geburt als Schauspielerin immer schwerer Engagements fand, zu trinken begann und anschließend bei einem Autounfall, bei dem sie betrunken fuhr, zu Tode kam. Als Leas Vater auch noch erfährt, dass Lea schwanger ist, ist er mit dieser Situation total überfordert. Es kommt zu einer heftigen Auseinandersetzung, nach der Lea von zu Hause flieht.
Der Generationenkonflikt, der kritische Umgang mit den Erwartungen der Eltern an ihre Kinder und umgekehrt, wurde auf diese Weise thematisiert. Ebenso wurden in weiteren Dialogszenen Beziehungsprobleme angesprochen – Themenbereiche, die die Schüler unmittelbar betreffen.

Denn Leas augenscheinlich beste Freundin Nadine erweist sich als intrigant und beteiligt sich aus Konkurrenzgründen an den Mobbing-Attacken. Auch von Andi, ihrem Freund, von dem sie schwanger ist, kann sie keine Hilfe erwarten. Er ist sich seines Charmes bewusst, spielt gerne mit Menschen und verführt sie dazu, Dinge zu tun, die anstößig sind. So will er Lea dazu bringen, den Computer ihres Vaters zu „knacken“. „Liebe macht blöd“ ist aber letztendlich die Erkenntnis Leas über ihren coolen Freund Andi. Nur Jo, ein scheuer und zurückhaltender Mitschüler, den Lea schon aus den ersten Schuljahren kennt und der in Lea verliebt ist, versteht sie und kümmert sich um sie, kann ihr aber nicht wirklich weiterhelfen.
Das Stück endet offen, um den Schülern Gelegenheit zu geben, über eine Welt nachzudenken, die einerseits geprägt ist durch die Suche nach Erfolg, Liebe und Anerkennung, andererseits aber durch Konkurrenz, Missgunst, Illusionen und virtuell geschaffene Realitäten verdorben ist. Besonders das Thema Cyber-Mobbing, die Sprachlosigkeit der Opfer und Zuschauer, wenn sich Mobbing zum Selbstläufer entwickelt, die virtuelle Verbreitung von privaten, zum Teil peinlichen Bildern, Videos oder Botschaften, die geminderte Schamgrenze und Scheu, in die Privatsphäre anderer einzudringen, sind Bereiche, die den Schülern allzu bekannt sind.
Ebenso fesselte sie das Themenfeld „Konkurrenz innerhalb der Klassengemeinschaft“. Der Kampf um Anerkennung und Zugehörigkeit, auch außerhalb des gewohnten schulischen Umfeldes, betrifft die allermeisten.
So waren auch die Reaktionen der Schülerinnen und Schüler nach dem Ende des Theaterstückes zu deuten. „Eine beängstigende, sehr reale Darstellung“, kommentierte ein Schüler. „Eine tolle schauspielerische Leistung, coole, sehr lebensnahe Typen, die sie in fünf verschiedenen Rollen verkörpert haben“, ergänzt eine Schülerin.
Auch in der abschließenden Nachbereitung des Stückes im Unterricht waren viele positive Stimmen zu hören.
Dem BBZ Hochwald ist es somit gelungen, - durch die Einladung dieses Theaterensembles - die Lebenswirklichkeit der Schüler auch im Schulalltag zu thematisieren und Anregungen zu geben für ein besseres Miteinander.
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