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Skifreizeit 2008 des BBZ Hochwald
Am Freitag, 08.02.2008, ist es endlich so weit: Pünktlich um 20:00 Uhr besteigen wir mit unseren Lehrern Herrn Fritz und Herrn Kaufmann in Wadern einen modernen Doppeldecker-Reisebus und freuen uns auf die bevorstehende Skifreizeit im Südtiroler Skigebiet Jochtal-Gitschberg.
Nachdem in Freisen noch 45 Schüler der dortigen Erweiterten Realschule mit ihren Lehrern in das Oberdeck des Busses zu-steigen, kann die lange Nachtfahrt endgültig angetreten werden. Wir verbringen die Nacht im Bus mit Musik hören, Karten spielen, Lesen, Unterhaltung, Handy vergleichen und, was nur wenigen gelingt, mit Schlafen.
Gegen 6:30 Uhr erreichen wir den Gasthof, den die ERS Freisen als Unterkunft gebucht hat. Diszipliniert schauen die Realschüler aus dem Oberdeck des Busses zu, wie ihre Lehrer Koffer und Sportgeräte aus dem Anhänger entladen und zum Parkplatz des Gasthofes schleppen. Unser Busfahrer hat es eilig, schließlich möchte er uns pünktlich um 7:00 Uhr in unserer Pension abliefern. Also fahren wir schnell zwei Kilometer zum Wenden des Busses weiter, und zurück geht es an dem Gasthof der ERS Freisen vorbei, wo uns drei Lehrer zuwinken. Freundlich winken wir zurück und sammeln schon mal unsere Sachen zusammen, es sind schließlich nur noch 7 km zu unserer Pension. Während jemand von uns bemerkt, dass im Oberdeck des Busses noch Leben ist, klingelt auch schon das Handy des Busfahrers. Der Busfahrer bremst sofort zügig nach der Annahme des Gesprächs: Im Oberdeck sitzen noch die wirklich disziplinierten Realschüler und geben keinen Mucks von sich. Konsequenz: Noch einmal wenden, zurück zur Pension, Realschüler rauslassen und jetzt geht es endlich zu unserer Pension „Fürstenhof“.Wir sind vom ersten Eindruck positiv überrascht, das Haus sieht sehr gut aus.
Es ist inzwischen 7:30 Uhr, Herr Fritz und Herr Kaufmann klären die Zimmerverteilung und alles andere Organisatorische mit Ferdinand, dem immer freundlichen und hilfsbereiten Hausherrn ab. Wir können daraufhin sofort frühstücken (Brötchen waren allerdings staubtrocken) und in der Zwischenzeit werden auch die noch nicht gereinigten Zimmer von einem Geschwader Putzfrauen gesäubert und die Betten frisch bezogen. Unsere Vorbewohner beladen währenddessen unseren Bus, der sie zurück nach Deutschland bringen wird .
Nachdem wir uns gestärkt haben greift eine gewisse Hektik um sich. Um 8:00 können wir unsere Zimmer beziehen und Ferdinand teilt uns mit, dass wir gemeinsam mit einer weiteren Gruppe – wir lernen sie schnell als Schüler der FOS Melle kennen- bereits um 9:00 mit einem Bus abgeholt werden. Ziel ist das Sportgeschäft an der Talstation des Skigebietes, wo wir die vorbestellten Ski und Skischuhe in Empfang nehmen sollen. Also schnell umziehen und ab geht es mit dem Bus, in dem die Schüler der FOS Melle intensiv ihre Stimmbänder an zweideutigen Liedtexten trainieren. Der folgende Massenansturm im Sportgeschäft von 40-50 Schülern wird von den Mitarbeitern souverän gemeistert. Bereits um 11:30 Uhr hat jeder seine Schuhe angepasst, die Bindung eingestellt und stolz seine komplette Ausrüstung für die kommende Woche in der Hand.
Nachdem auch jeder von uns schon seinen Wochenskipass erhalten hat, ist die Frage, was wir mit dem angefangenen Tag noch anfangen sollen, schnell beantwortet: Wir bilden zwei Gruppen: Die Anfängergruppe (Timo Dentinger,Timo Selzer, Sebastian Koch, Melanie Rodner, Hüseyin Temizsoy,Liesa Behles) folgt erwartungsvoll Herrn Kaufmann zum Anfängerhügel (in der Fachsprache „Idiotenhügel“ genannt) und die Fortgeschrittenengruppe von Herrn Fritz (Meike Schön, Marina Mertes, Vanessa Kuhn, Christian Jäckels, Johannes Stroh, Michael Hassler, Michael Lillig) fährt mit der Gondel zur 2100 Meter hohen Gipfelstation. Wir sind oben von dem tollen Wetter überwältigt, keine einzige Wolke trübt das tiefe Blau des Himmels.
Erstaunlich, wie schnell die Anfänger – auch wegen der modernen Carving-Ski - das Skifahren erlernen. Nach wenigen intensiven Bekanntschaften mit der Schneeauflage klappt es immer besser und für einige wird der Anfängerhügel schon langweilig. Sebastian Koch, der an diesem Tag erstmals auf Ski steht, ist ein wahres Naturtalent. Man kann sagen, er ist der Franz Klammer des Saarlandes, und wird von Herrn Kaufmann bereits für „bergtauglich“ erklärt.
Die Fortgeschrittenen erkunden inzwischen unter Anleitung von Herrn Fritz die Pisten, die von der Bergstation ausgehen. Auch ein erster „Einkehrschwung“ in eine Berghütte wird mit großem Erfolg trainiert und erfolgreich bewältigt.
Die Zeit vergeht schnell, und schon neigt sich der erste Skitag dem Ende zu. Die Frage , wie die 600 Höhenmeter ins Tal zurückgelegt werden, ist schnell beantwortet: Wir nehmen die Talabfahrt in Angriff. Herr Fritz fährt vor und verwechselt die Farbe Blau mit Schwarz. Das hat zur Folge, dass wir uns auf einer sogenannten schwarzen Abfahrt befinden (for experts only). Mit Mut, Durchhaltevermögen, teilweisem Rutschen auf dem Hosenboden und Einüben wohlklingender Flüche kommen wir doch alle pünktlich unten an der Talstation an. Schnell werden die Ski im Skidepot verstaut und der Bus geentert. Die Schüler (und Schülerinnen!!!) der FOS Melle sind schneller als wir und ergattern größtenteils noch Sitzplätze. Diesen Triumph feiern sie während der gesamten Rückfahrt mit lustigen Gesängen, wobei auch ihr persönliches Verhältnis zu ihren Lehrern immer ungezwungener wird.
Zurück im Fürstenhof können wir bereits um 18:00 Uhr unsere arg strapazierten Kräfte mit einem sehr guten und üppigen Abendessen auffrischen. Das Abendessen besteht wie an allen folgenden Tagen aus einer Vorspeise (Nudeln, bzw. Pizza), einer Hauptspeise (Fleisch/Fisch, Kartoffeln, Pommes, Reis, Gemüse, Salat) und einem Nachtisch (Eis, Obst, Kuchen,Törtchen).
Nach dem Essen besuchen wir eine kleine Kneipe in unserem Ort. Die allgemeine Müdigkeit sorgt dafür, dass wir nicht sehr lange bleiben. Der Abend wird dann in unserer Pension Fürstenhof doch noch lang, er reicht über Mitternacht hinaus. Die Zimmerruhe ab 22:30 wird tatsächlich in jedem zweiten Zimmer eingehalten, deren Bewohner sich in anderen Zimmern herumtreiben. Die Pension Fürstenhof mutiert zu einem großen Partyhaus der FOS Melle und des BBZ Hochwald mit passender Lautstärke und bester Stimmung. Nur langsam gehen die Lichter aus und es wird ruhig...........bis , ja bis.....am
Sonntag Morgen um 7:00 Uhr die komplette Etage schlagartig durch ein Geräusch wie eine herannahende Lawine geweckt wird. Doch der Grund der infernalischen Geräuschkulisse ist harmlos: Timo Dentiger testet auf dem Flur die Leistungsfähigkeit seines 500 Watt Subwovers. Der Erfolg ist wirklich durchschlagend: Wir sind alle gleichzeitig hellwach und stellen überrascht fest, dass der bekannte Country-Song „Ring of Fire“ von Johnny Cash auch mit einem bisher nicht bekannten, jedoch interessanten deutschen Text viel Aufmerksamkeit erweckt (Timo erstellt gerne Kopien der CD für volljährige Schüler).
Wie schon am Vortag trübt kein Wölkchen den blauen Himmel und nach dem Frühstück fährt uns der Bus bereits um 8:15 Uhr in das Skigebiet. An der Talstation trennt sich unsere Anfänger- und Fortgeschrittenenskigruppe und die „Cracks“ entern schnell die Gondel zur Bergstation um die bestens präparierte, noch nicht befahrene Talabfahrt in Angriff zu nehmen. Da kommt Freude auf, und es kann schon mal passieren, dass im Überschwang der Gefühle die Ski für die Bergfahrt nicht richtig in die Halterung an der Aussenseite der Gondel gestellt werden. So löst sich in der Nähe von Mast 7 ein einzelner Ski aus der Halterung und fällt in ein unwegsames Waldstück. Die Aussicht auf den schwierigen Aufstieg vom Tal bis zum Mast 7 schreckt alle ab, der Ski scheint verloren. Es ist Vanessa´s Ski. Hilflos und mit traurigem Blick sieht Vanessa bei schönstem Wetter einen Skitag verloren gehen. Doch junge Männer werden zu Helden, wenn ein Mädchen Hilfe braucht. Furchtlos und mutig wagen Michael Hassler und Johannes Stroh die Bergungsaktion. Nach etwa 3 Stunden sind sie leicht erschöpft mit dem Ski zurück und bekämpfen sofort ihre Erschöpfung mit jeweils einem von Vanessa spendierten Weizenbier.
Mit unseren Essenbon´s erhalten wir alle im Bergrestaurant ein Mittagessen. Danach kehrt die Anfängergruppe nicht mehr zu ihrem „Idiotenhügel“ an der Talstation zurück, so dass wir jetzt alle gemeinsam im Skigebiet sind. Schnell erkennen wir die wahren Talente unter den Anfängern: Sebastian, einfach unschlagbar, bezwingt bereits die schwierige Talabfahrt, Hüseyin und Timo Dentinger besiegen ihre Furcht vor den Hängen und geben alles, wobei Hüseyin auch deshalb keine Skistöcke benötigt, weil er vor lauter Begeisterung seine Arme dauernd in die Luft wirft.
Ein schöner Tag geht viel zu schnell zu Ende. Das Abendessen in unserer Pension schmeckt hervorragend und ab 20:00 treffen wir uns in der „Stube“ unserer Pension. Ein Liederabend steht auf dem Programm. Christian spielt profimäßig auf der mitgebrachten Gitarre unter Begleitung der BBZ Hochwald-Hofsänger. Natürlich berücksichtigen wir auch die medizinische Notwendigkeit der Stimmölung. Überhaupt scheint diese Pension von lustigen Musikanten bevölkert zu sein. Das Einschlafen wird von nicht näher definierbaren Partygeräuschen aus Aufenthaltsräumen und Zimmern leicht erschwert.
Montag: Timo hat es sich inzwischen zur Angewohnheit gemacht, mit seinem Subwover den Wecker für die ganze Etage zu spielen. Die etwas zweideutigen Songtexte, deren Lautstärke auch das Erwachen aus einer Vollnarkose ermöglichen, gefallen besonders einer Lehrerin aus Melle, weshalb Timo Dauerwecken durchführt. Inzwischen hat sich ein gewisser Tagesrhythmus eingestellt. Frühstück um 7:15 Uhr, eine Stunde später Abfahrt mit dem Gute-Laune-Bus in das Skigebiet. Wir haben wieder traumhaftes Wetter, die Gruppen, die mit Herrn Kaufmann und Herrn Fritz fahren, sind schnell eingeteilt und die ersten Abfahrten unter Anleitungen absolviert. Hier und da wird an der Technik gefeilt, der Carving-Schwung geübt und wir werden häufig von unseren beiden Lehrern aufgefordert, „die Kante zu suchen“, d.h. den Ski in jeder Situation auf der Kante zu fahren. Nach und nach entwickeln wir dafür auch Gefühl, und das Skifahren macht mehr und mehr Spaß. Marina, eine sehr sportliche Skifahrerin, sucht an diesem Tag eine neue Herausforderung. Sie lässt sich nicht von der Idee abbringen, Snowboard zu lernen. Herr Kaufmann vermittelt die ersten Grundlagen und danach versucht Marina die ersten Abfahrten. Gegen 11:00 Uhr passiert dann das, von dem wir alle gehofft hatten, dass es bei niemandem eintreten wird: Marina verletzt sich bei einem Sturz an beiden Handgelenken. Ein Rettungssanitäter leistet Erste Hilfe und Marina wird, begleitet von Herrn Kaufmann, in das Krankenhaus von Brixen transportiert. Niemand von uns weiß, wie ernsthaft die Verletzung ist. Obwohl die Sonne von einem wolkenlosen Himmel lacht, kommt heute keine richtige Freude mehr auf. Kurz vor der Rückfahrt in unsere Pension erhält Herr Fritz dann den deprimierenden Anruf: Marina hat sich beide Handgelenke gebrochen. Doch Marina hat nicht nur ein sonniges Gemüt, sie ist auch sehr stark. Bei unserer Ankunft im Fürstenhof ist sie bereits auf ihrem Zimmer, beide Unterarme in Gips - nur die Finger schauen aus der Gipsbandage – und lacht schon wieder. Sie kommt mit zum Essen und danach besuchen wir sie alle auf ihrem Zimmer. In der Zwischenzeit gelingt es Herrn Fritz, bei dem Notdienst einer im Voraus abgeschlossenen Versicherung die Zusage für Marinas Rücktransport nach Hause zu erhalten. Der vorgesehene Abfahrtstermin mit einem Krankenwagen ist für den nächsten Morgen vorgesehen. Der Unfall hat die Gesamtstimmung doch etwas belastet, und so wird dieser Abend nicht das Highlight unserer Skifreizeit.
Dienstag: Der Tag fängt gut an: Wieder Sonne pur und wir können eine Stunde länger schlafen. Heute geht es zum 2512 m hohen Skigebiet Gitschberg, zu dem der Bus, der exclusiv für uns fährt, erst um 9:15 Uhr startet. Wir verabschieden vorher noch Marina, die um 8:00 Uhr von einem Krankenwagen abgeholt wird und drücken ihr gemeinsam die Daumen, dass keine Operation notwendig wird (eine Woche später wissen wir, dass das Daumendrücken geholfen hat). Schon während der Busfahrt sind wir gespannt auf die unbekannten Pisten und die lange Talabfahrt. Nach einer langen Gondelfahrt in das Skigebiet weicht die anfängliche Begeisterung unterschiedlich langen Gesichtern. „Wie sollen wir da bloß heil runterkommen?“ war die Standardfrage auf den letzten Metern der Gondelfahrt. Es ist jedoch alles halb so schlimm, wir schaffen auch diese Abfahrten und wachsen an der Herausforderung. Die Aussicht von hier oben ist atemberaubend, im Süden die Dolomiten, im Norden der Alpenhauptkamm und tief unten in den grünen Tälern liegen verstreut kleine Orte.
Langsam verlieren wir die Angst vor den doch recht steilen und baumlosen Abfahrten und auch auf den steileren Hängen finden wir ab und an schon „die Kante“. Wir genießen daraufhin besonders unser Mittagessen auf der Sonnenterasse eines Bergrestaurants. Hüseyin hat sich zwischenzeitlich –so wie er sagt- das Knie verdreht. Doch seine intensive Redred-Therapie auf der Terrasse einer traumhaft schön gelegenen Berghütte lässt die Vermutung aufkommen, dass seine Auszeit nicht ganz ungewollt erfolgt, vor allem weil er anschließend wieder richtig fit ist. Im Einzelunterricht mit Herrn Kaufmann und Herrn Fritz gelingt es zwischenzeitlich auch jedem der Anfängergruppe, die Pisten, wenn auch langsam und vorsichtig, zu bewältigen. Das Lächeln in den Gesichtern kommt dann auch nicht nur von dem Traumwetter, etwas berechtigter Stolz ist auch dabei.
Sehr schnell neigt sich auch dieser Skitag dem Ende zu. Die Anfängergruppe fährt mit der Gondel zurück zur Talstation und die Fortgeschrittenen bewältigen voller Begeisterung die Talabfahrt, ein tolles Erlebnis.
Unser Privatbus bringt uns pünktlich zum Essen zurück in unsere Pension. Schnell wird geduscht und nach dem Essen das persönliche Outfit optimiert, denn ein weiteres Highlight steht bevor. „Tanz der Vampire“ ist angesagt, ein Discoabend oben im Bergrestaurant der Jochtal-Bergstation. Ein Bus ist durch unsere Lehrer unter Mithilfe von Ferdinand schnell organisiert und gemeinsam mit unseren Freunden aus Melle geht es los. Nach einer nächtlichen Gondelfahrt zur Bergstation erkennen wir sofort, dass dieser Discoabend richtig gut wird. Diese Party scheint nicht unbekannt zu sein: Den ganzen Abend bringen die Gondeln Partygäste hoch auf den Berg. Einheimische steigen ausgerüstet mit Kopflampen und mit Fellen unter den Skiern in der Nacht den Berg hinauf, um an der Party teilzunehmen. Im Restaurant ist kaum noch Platz, die Stimmung ist ausgelassen und die Musik und die Getränke sind super. Es wird getrunken und auf den Tischen getanzt. Natürlich feiern wir nach Rückkehr in unsere Pension noch etwas weiter und fallen dann doch recht erschöpft ins Bett.
Mittwoch: Der Tag nach der Party. Wir sind noch alle erschöpft ,müde und etwas lustlos. Erstens machen sich die Folgen der Party noch bemerkbar und zweitens geht es heute wieder zum Gitschberg, von dessen steilen Pisten nicht alle begeistert sind. Bereits nach der ersten längeren Abfahrt, natürlich bei blauem Himmel und strahlender Sonne, machen es sich einige von uns auf der Sonnenterasse gemütlich und warten dort bis zum Mittagessen. Andere brettern mit Herrn Kaufmann und Herrn Fritz die Pisten hinab und beim Mittagessen erfahren wir die erstaunliche Nachricht: Unseren Lehrern ist es gelungen, als erste von den Anfängern (Sebastian zählt schon nicht mehr dazu) Melanie die Talabfahrt hinabzulotsen. Eine tolle Energieleistung von Melanie.
Nach dem Essen genießen wir bei gemächlichem Tempo noch einige Abfahrten und treffen uns dann ganz oben auf der rustikalen Berghütte. Einige Sonnenstühle sind bereits von uns belegt und wir entern schnell die restlichen. Nur die mutigen Skifahrer Hüseyin, Sebastian und Michael begleiten Herrn Kaufmann und Herrn Fritz noch einmal den Berg hinauf. Zwei kleine Schanzen locken sie an, und die gewagten Sprünge sind sehenswert.
Vor der gemeinsamen Talabfahrt, die jetzt alle schaffen, nehmen wir noch eine Stärkung in flüssiger Form zu uns und machen bei bestem Wetter Erinnerungsfotos. Die gemeinsame Talabfahrt strengt dann doch mehr an als angenommen, doch der Busfahrer wartet freundlich, bis wir alle angekommen sind.
Nach dem Abendessen bleiben wir in unserer Pension. Mit guter Musik und guten Getränken, die wir gemeinsam mit unseren Freunden aus Melle geniessen, wird es nicht langweilig. Tischfussballturniere ,Tischtennis und andere Spiele wie z.B. Kartenblasen lassen den Abend schnell vergehen.
Donnerstag: Nach den beiden Ausflügen in das Skigebiet Gitschberg steht heute wieder das uns inzwischen gut bekannte Gebiet Jochtal auf dem Programm. Das Wetter ist wie gewohnt perfekt. Die Stimmung natürlich auch. Wie werden sich heute nach den anspruchsvollen Gitschbergpisten erst die leichteren Jochtalpisten fetzen lassen? Es wird natürlich ein Hochgenuss, in verschiedenen Gruppen lassen wir es richtig krachen. Doch auch einen Wermutstropfen gibt es an diesem Tag: das Mittagessen im Bergrestaurant, das auf Grund der großen Schülermassen um die Mittagszeit zur Tortur wird. Die Höhenluft verwandelt die wartenden Schüler in richtige Kampfmaschinen, was die Warteschlange kurzfristig in ein Kriegsgebiet verwandelt. Der weitere Tag verläuft wie gewohnt: unter besten Bedingungen sammeln wir Abfahrtskilometer, verfeinern unter Anleitung unserer Lehrer unsere Fahrtechnik und genießen einfach diese tolle Zeit: Hüseyin bringt es beim Einkehrschwung mit der ihm eigenen Begeisterung auf den Punkt, in dem er mehrmals wiederholt: „Ich hätte nie gedacht, dass Skifahren so viel Spaß macht. Das ist hier das Beste, was ich bisher erlebt habe“.
Nach dem -wie immer- guten Abendessen fahren wir mit zwei Großraumtaxis in das nahe Brixen. Herr Kaufmann kennt die Stadt wie seine eigene Westentasche und führt uns zu den schönsten Punkten der Altstadt. Wir bestaunen die sehr gut erhaltenen bzw. restaurierten alten Gebäude sowie den Dom. Natürlich interessieren wir uns auch für die verlockenden Kneipen und die Gastronomie. Unser Test endet mit dem Gesamturteil „sehr gut“. Erstaunlich für uns auch das sehr günstige Preisniveau, das sich positiv auf Schülergeldbeutel auswirkt. Liebliche Weinlokale und moderne Cocktailbars bieten jedem etwas, so dass Mitternacht vorüber ist, bis wir wieder im Fürstenhof ankommen.
Unsere Freunde aus Melle lassen jedoch nicht zu, dass wir ohne das inzwischen gewohnte Ritual der gegenseitigen Unterstützung für einen guten und gesunden Schlaf durch Zunahme eines Schlummertrunks in unsere Betten gehen. Gerne erfüllen wir ihnen diesen Wunsch. Da unsere Zimmer durch einen riesigen gemeinsamen Balkon miteinander verbunden sind, ist das Auffinden der besten Freunde möglich, ohne den durch aufmerksame Gymnasiallehrer auch nachts bestens bewachten Flur zu betreten.
Überhaupt sind diese Gymnasiallehrer schon genial. Sie beherrschen das nächtelange Sitzen auf Stühlen in Fluren. Sie befürchten wohl das Schlimmste für ihre schon recht erwachsen aussehenden Schülerinnen, deren Outfit z.T. auch einem Aufenthalt in wärmeren Gefilden entspricht. Eigentlich sind diese Lehrer mehr als genial. Sie können wohl auch aufrecht auf Stühlen sitzend mit offenen Augen schlafen. Für diese Annahme spricht, dass tatsächlich Mädchen auf Zimmern der Mellener FOS-Schüler gesucht - und gefunden werden. Die Befreiungsaktion dieser Schülerinnen durch eine Gymnasiallehrerin ist amüsant und filmreif.
Freitag: Unser letzter Tag, das Wetter ist wie gehabt perfekt. Beim Frühstück merken wir schon, dass Herr Fritz und Herr Kaufmann mit den Lehrern aus Melle etwas aushecken. Das Ergebnis dieser gemeinsamen Aktivitäten ist die Planung einer „Skirallye“ mit Teams vom BBZ Hochwald und der FOS Melle. Die Idee gefällt uns hervorragend und voller Tatendrang geht es hoch zum Jochtal-Bergrestaurant. Dort werden die Aufgaben an uns verteilt. Leider nehmen diese Aufgaben doch einigen von uns den Schneid, weshalb wir nur ein Team mit Christian, Michael (Lillig) und Sebastian bilden können. So muss dieses tapfere Team gegen mehrere Teams aus Melle antreten. Hier ein kleiner Auszug aus den Aufgaben:
Unsere Gruppe wird der Renner: Als passendes Logo wählt sie ein saarländisches Kulturgut, den Schwenker. Mit Skiern ist der Schwenker später schnell als Statue gebaut. Die Skistöcke darunter stellen das Brennholz, und ein umgekehrt aufgehängter Helm unter den Skiern stellt den Schwenkrost dar. Ergebnis: Bestnote! Die Jury aus Melle staunt nicht schlecht über die Kreativität der saarländischen Gruppe.
Beim Slalom hängt Sebastian alle ab: Er fährt unter 30 Sekunden und ist schnellster Teilnehmer. Die Lösung aller anderen Aufgaben führt zu einem Riesen-Gaudi, es ist ein toller Tag, der von einem weiteren Highlight gekrönt wird, der Skitaufe.
Wir müssen vor einem mit Ski und Schnee symbolisierten Altar vor dem Gipfelkreuz knien und „Wölle“, ein sehr geselliger Lehrer aus Melle beginnt mit der ernsthaften Zeremonie. Wir erhalten die Skifahrer-Absolution durch ein stark alkoholisches, russisches Getränk, das über die Lauffläsche eines Skis unseren erwartungsvollen Mund erreicht und diesen vollkommen füllt. Wer den Mund zu schnell schließt, der erhält halt eine alkoholische Halsdusche. Das Feingefühl, das man beim Skifahren auch im Hinterteil benötigt, wird stark verfeinert durch einen Schlag mit der Lauffläche eines Skis auf das zu „tunende“ Hinterteil eines jeden Einzelnen. Diese Aufgabe wird natürlich auch mit der notwendigen Ernsthaftigkeit durch einen Lehrer gewissenhaft erfüllt. Jetzt sind wir richtige Skifahrer und die letzte Abfahrt ins Tal stimmt schon etwas wehmütig!
Die Abgabe unserer Skiausrüstung im Sportgeschäft direkt bei der Talstation erfolgt zügig, und in der Zwischenzeit fahren Herr Fritz und Herr Kaufmann ein letztes Mal zur Bergstation, um noch einmal alleine bei einer Talabfahrt „die Sau raus zu lassen“.
Wir haben bis zur Busabfahrt noch Zeit für einen Umtrunk, den wir gemeinsam in der urigen Kneipe beim Sportgeschäft einnehmen. Jetzt heißt es endgültig Abschied nehmen von diesem schönen Skigebiet.
Nach dem Abendessen dann der Höhepunkt der Skirallye, das Gruppenlied. Unser Dreier-Team wird jetzt verstärkt durch Herrn Fritz ,Herrn Kaufmann und Hüseyin und unser Gitarren-Profi Christian greift virtuos in die Saiten. Er stellt unseren staunenden Freunden aus Melle die erste Strophe des Steigerliedes als saarländische Nationalhymne vor, und beweist dann gemeinsam mit unserem stimmgewaltigen Chor, dass diese Melodie auch für den Après-Ski bestens geeignet ist. Hier der Text:
Nach diesem Lied brodelt der Saal, unsere Freunde sind aus dem Häuschen, der Applaus ist lang und gewaltig. Eine tolle Geste der Mellener Gruppe erfahren wir in der Siegerehrung. Von ihren mitgebrachten Pokalen erhält Sebastian den für die schnellste gefahrene Zeit im Slalom, und unsere kleine Gruppe den für ihre vorbildliche sportliche Einstellung. Danach feiern wir natürlich gemeinsam und nur die Tatsache, dass am nächsten Morgen Wecken für 6:00 Uhr angesagt ist, veranlasst die meisten, sich noch etwas Schlaf zu gönnen.
Samstag: Start zur Rückfahrt um 07:00 Uhr, der ganz normale Stau-Wahnsinn im Bereich München, Fahrerwechsel in Nürnberg und Ankunft in Wadern um 19:30 Uhr.
Fazit: Diese Woche hat unsere Erwartungen voll erfüllt, wir hatten eine Woche voller sportlicher Betätigung, vielen schönen gemeinsamen Erlebnissen und natürlich voller Spaß. Es hat alles gestimmt: das Wetter war traumhaft, die Pension bestens, das Skigebiet ideal und alle die noch nicht Skifahren konnten, haben es gelernt. Auch wenn wir viel gefeiert und auch mal etwas getrunken haben, besoffen und daneben benommen hat sich niemand. Es war einfach toll, sich tagsüber sportlich auszulassen und abends Party zu machen.
Der Appell an alle, die noch keine Skifreizeit erleben konnten: Lasst euch diese Veranstaltung voller Spaß und sportlicher Betätigung im nächsten Jahr nicht entgehen. Ihr werdet diese Freizeit so schnell nicht vergessen. (Beiträge von Schülern, redaktionell überarbeitet und zusammengefasst von Vanessa Kuhn und Herrn Fritz)
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