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. Bolivien – ein Land voller Gegensätze, Konflikte und sozialer UngerechtigkeitVortrag von Rabea Lang am BBZ HochwaldBBZ Hochwald und CEB haben zu einer Informationsveranstaltung der besonderen Art eingeladen: Rabea Lang aus Büschfeld, die seit einiger Zeit als Religionslehrerin in Sucre in Bolivien arbeitet, stellte den zahlreichen Gästen Land und Leute dieses Landes voller Gegensätze vor. Nachdem der Schulleiter des BBZ Hochwald, Gerd Barbian, und Gisbert Eisenbarth, Leiter der CEB, die Gäste begrüßt und ihre Freude darüber ausgedrückt hatten, dass diese der Einladung so zahlreich gefolgt waren, hob Gerd Barbian das soziale Engagement Rabea Langs hervor, die sich für sozial benachteiligte Kinder in Bolivien einsetzt.
Nachdem Rabea Lang zunächst Kultur und landschaftliche Schönheit Boliviens durch beeindruckende Bilder vorgestellt und auch einige Informationen zu den Konflikten und dem politischen System dort gegeben hatte, berichtete sie von ihrer Arbeit und den Projekten, an denen sie seit 2005, damals noch als Studentin in ihren Semesterferien, mitgearbeitet hatte. Voraus schickte sie eine detaillierte Darstellung über das herrschende bolivianische Schulsystem und dessen Auswirkungen.
Das Schulsystem in Bolivien leistet wohl einen entscheidenden Beitrag zu den sozialen Missständen im Land. Der Neid unter der Bevölkerung beginnt in den Schulen damit, dass bereits durch den Schulstandort zwischen Arm und Reich bzw. zwischen sozial Schwachen und der Oberschicht unterschieden wird. Die Schulen für die Kinder armer oder völlig mittelloser Eltern – oft auch solche, die vom Land in die Stadt ziehen – sind überwiegend in den Randgebieten der Städte, die der Reichen – natürlich Privatschulen – in den Innenstädten. Die Schüler an den schlechten Schulen fühlen sich aussortiert, zumal die Lehrer an diesen Schulen oft aufgrund der Umstände nicht motiviert sind, die Schüler überhaupt zu unterrichten; in Klassen mit bis zu 50 Schülern ist Unterrichten auch schwierig.
In Bolivien gibt es nur eine Schulform, jeder muss lt. Verfassung Abitur machen, in den staatlichen Schulen kann jedoch kein Kind aufgrund der geschilderten Situation entsprechend seinen Fähigkeiten gefördert werden und kaum ein Abiturient einer solchen Schule schafft die Aufnahmeprüfung an der Universität, was die Voraussetzung für eine ordentliche Berufsausbildung ist, denn viele Berufe, die bei uns als Ausbildungsberufe gelten, z.B. Krankenschwestern und Erzieher, werden dort nur an den Universitäten angeboten. Dieses ganze Umfeld führt dazu, dass die Aggressivität zwischen den Schülergruppen der verschiedenen Schulen groß ist und bei jedem Aufeinandertreffen deutlich zutage tritt. Ab Februar 2009 übernimmt Rabea eine neue Aufgabe am Centro Educativo „Monte Cristo“. Diese Schule ist zwar auch eine Privatschule, aber eine der ganz wenigen, die allen Schichten offen steht, und in der auch alle sozialen Schichten vertreten sind. Der Gründer der Schule hat sein eigenes Haus verkauft, um diese Schule gründen zu können. Mit dem Erlös aus seinem Privatvermögen kann er die Miete für ein Jahr und die Schulmöbel für die im ersten Jahr etwa160 Schüler zahlen. Die Schule hat sich integrative Bildung und Chancengleichheit auf die Fahne geschrieben, die Voraussetzung, dass sich an den bestehenden sozialen Verhältnissen überhaupt etwas ändern kann. Die Schule will Vorbild werden für andere Schulen, und das hat der Gründer und Leiter der Schule auch beim Aussuchen seiner Lehrer beachtet. Sie alle sind Optimisten und bestimmt auch Idealisten und von der Überzeugung getrieben, für ihre Schule das Ziel der Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit zu erreichen und damit einen kleinen Beitrag zum sozialen Frieden in Bolivien leisten zu können. Rabea Lang hat die Schicksale einiger Kinder, die ab Februar diese neue Schule besuchen können, aufgezeigt, Kinder, für deren Familien es kaum möglich ist, das geringe Schulgeld in voller Höhe zu zahlen. Ihre herzliche Bitte um Unterstützung geht an alle, die helfen wollen und in der Lage sind, durch einen finanziellen Beitrag diesen Kindern zu einem Bildungsabschluss zu verhelfen, der ihnen eine gute Voraussetzung für ihr späteres Leben bietet.
Gisbert Eisenbarth hat ihr Unterstützung für ihr Schulprojekt durch die CEB in Aussicht gestellt und Gerd Barbian hat, auch im Namen des Kollegiums, von Seiten der Schule diese Unterstützung zugesagt. Hier ist auch bereits ein Anfang gemacht: Schülerinnen und Schüler der Sozialpflegeschule überreichten Rabea einen Spendenscheck der Schülervertretung über 500 Euro, einen Betrag, den die Schüler im Rahmen des sozialen Tages am BBZ Hochwald erarbeitet und gesammelt hatten.
Das beeindruckende Engagement Rabea Langs für diese vom Schicksal benachteiligten Kinder verdient Unterstützung, so die einhellige Meinung der Besucher nach der Veranstaltung.
Für das leibliche Wohl war natürlich auch gesorgt. Bei Selbstgebackenem (von vielen fleißigen Helfern gespendet) und Glühwein, von den Schülern der Klasse FW 12T angeboten, konnten die Besucher Fragen an Rabea Lang richten.
Am Ende der Veranstaltung konnten ihr weitere Spenden in Höhe von 1.000 Euro überreicht werden. Für zusätzliche Informationen steht Rabea Lang jederzeit gerne zur Verfügung unter der Telefon-Nummer 06874/6170 oder der E-mail: rabea.langätarcor.de.
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