"Bolivien – ein Land braucht Hilfe"
Gerechte Schulbildung für Kinder in Bolivien
BBZ Hochwald und CEB Merzig-Wadern sagen Unterstützung zu
Schulleiter Gerd Barbian vom BBZ Hochwald konnte am Dienstag, dem 14.12.2010, zahlreiche Gäste begrüßen, die der Einladung der CEB und des BBZ Hochwald zu dem Vortrag von Rabea Lang „Bolivien – ein Land braucht Hilfe. Gerechte Schulbildung für Kinder in Bolivien“ gefolgt waren.

Rabea Lang aus Büschfeld lebt seit einigen Jahren in Sucre, Bolivien. Dort arbeitet sie seit 2008 als Schulleiterin und Lehrerin in der von ihr mitgegründeten Privat-schule. Diese ist dort die einzige Privatschule, die für alle sozialen Schichten offen steht.

In einem Powerpoint-Vortrag stellte Rabea Lang Land, Leute, Leben und Kultur sowie die politische Situation des Andenvolkes vor und ging hierbei besonders auf ihre Arbeit und die Bildungssituation in Sucre ein.

Zur Einstimmung zeigte sie Bilder von der großartigen Landschaft Boliviens und den Menschen, die dort leben. Dazu trug sie zwei bolivianische Lieder auf der Gitarre vor.

Bolivien zählt zu den ärmsten Ländern auf dem amerikanischen Kontinent und dementsprechend ist das Bildungssystem wenig ausgebaut und außerdem sehr ungerecht, da arme Kinder keine Chancen auf Bildung haben. Auch aufgrund schlecht ausgebildeter, schlecht bezahlter und daher auch unmotivierter Lehrer sowie einer Klassenstärke von mindestens 50 Schülern pro Klasse herrschen chaotische Verhältnisse in staatlichen Schulen. Reiche Kinder dagegen können private Schulen besuchen. Da jeder Schüler in Bolivien aber ein „Abitur“ machen muss, um weiterzukommen, arme Kinder aber nur in staatlichen Schulen unterrichtet werden, haben sie keine Chance. Auch auf die Probleme, dass Mädchen in Klasse 5 und 6 schon schwanger werden oder Kinder die Schule abbrechen, weil sie arbeiten müssen, um die Familie mitzuernähren, machte Rabea Lang aufmerksam.
Aufgrund dieser gravierenden Missstände gründete sie 2008 mit finanzieller Unter-stützung durch einen Privatmann aus Bolivien das Schulprojekt „Monte Christo“, das integrative Bildung und Chancengleichheit für Kinder aller sozialen Schichten sowie Werteerziehung und intensive Arbeit mit den Familien an oberste Stelle setzt. So ist die „Unidad Educativa Monte Christo“ in Sucre heute die einzige Privatschule, die allen sozialen Schichten offen steht und in der auch alle sozialen Schichten vertreten sind. Die Lehrer, die hier etwas besser verdienen als in staatlichen Schulen, aber sich gleichzeitig verpflichten müssen, sich stetig weiterzubilden, sehen sich in der Vorbildfunktion für andere Schulen und sind von der Überzeugung motiviert, damit einen kleinen Beitrag zum sozialen Frieden in Bolivien leisten zu können.
Neben der schulischen Bildung werden den Schülern aber auch Werte wie Fleiß, Zuverlässigkeit, Solidarität, Mitmenschlichkeit, Pünktlichkeit und Hygiene vermittelt. Ebenso ist der Umweltschutz ein äußerst wichtiges Thema, da in Bolivien kaum Umweltbewusstsein herrscht und das Land große Probleme mit der Abfallentsorgung hat. So lernen die Schüler beispielsweise im neu gegründeten Ökomuseum etwas über Recycling. Auch ein Computerraum, der durch deutsche Hilfe eingerichtet werden konnte, steht den Schülern neuerdings zur Verfügung, um sie fit für die Zukunft zu machen.
Wichtig ist Rabea Lang vor allem auch das Projekt „Elternschule“. Hier sollen sich die Eltern untereinander kennenlernen und anfreunden sowie über ihren Umgang mit ihren Kindern reflektieren.

„Viel ist schon getan, aber noch viel mehr ist zu tun“, so Rabea Lang am Ende ihres Vortrags. Dafür braucht sie die Unterstützung durch Spenden für Unterrichtsmaterialien oder Ausstattungsgegenstände und Patenschaften, um das Schulgeld für Schü-ler aus ärmsten Verhältnissen aufbringen zu können.
Das BBZ Hochwald und die CEB Merzig-Wadern fördern und unterstützen dieses Projekt für eine gerechte Schulbildung in Bolivien, um besonders Kindern aus armen Familien die Möglichkeit zu geben, ihren „Schul“-Weg zu gehen.

Gerd Barbian würdigte abschließend die segensreiche und uneigennützige Arbeit von Rabea Lang und lud alle Gäste zu einem Glas Wein oder Glühwein bei guten Gesprächen ein. Er machte auch auf die Möglichkeit aufmerksam, noch selbst gebackene Plätzchen und bolivianische Handarbeiten käuflich zu erwerben oder einfach den Weg zur Spendenbox zu gehen.

Ein erster Erfolg dieses Abends zeigte sich in dem Verkauf fast aller Handarbeiten und in dem spontanen Abschluss von vier Patenschaften. Nur so kann die vorbild-liche Arbeit von Rabea Lang unterstützt und die Ausbildung der bolivianischen Kinder gesichert werden.

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